Radfahren in der Stadt: Expertin über Berge und Sicherheit
In einem Interview mit dem ADFC räumt Prof. Dr.-Ing. Heather Kaths mit dem Vorurteil auf, dass hügeliges Gelände ein unüberwindbares Hindernis für den modernen Radverkehr darstelle. Besonders durch den Erfolg von E-Bikes verlieren Steigungen ihren Schrecken, was jedoch neue Anforderungen an die Infrastruktur stellt. Die Expertin betont, dass die Sicherheit an Gefällen und Steigungen oberste Priorität haben muss, etwa durch breitere Wege und angepasste Kurvenradien für höhere Geschwindigkeiten.
Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist der Einsatz digitaler Simulationen, um Verkehrsströme besser zu verstehen und Gefahrenstellen vorab zu identifizieren. Zudem plädiert Kaths für eigenständige Radverkehrsnetze, die weitgehend unabhängig vom Autoverkehr funktionieren, um die Attraktivität des Radfahrens signifikant zu steigern. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass eine echte Verkehrswende auch in topografisch anspruchsvollen Städten möglich ist, wenn die Planung mutig, datengestützt und konsequent nutzerorientiert erfolgt.